Betriebsbesichtigung bei Günther & Co., einer Zweigniederlassung der Sandvik Tooling Deutschland GmbH

Am 10. Juli war für die Klasse 10IM1 der letzte Schultag des ersten Ausbildungsjahres. Zu diesem Anlass hatten die 4 Auszubildenden von Günther & Co., einer Zweigniederlassung der Sandvik Tooling Deutschland GmbH, eine Betriebsbesichtigung für ihre Klasse vorbereitet.

Als die 16 Schüler, die in anderen Frankfurter Betrieben zur Industriemechanikerin bzw. zum Industriemechaniker ausgebildet werden, und die beiden Lehrkräfte der Heinrich-Kleyer-Schule gegen 8:30Uhr im Foyer des Unternehmens eintrafen, hatten die Azubis von Günther & Co. bereits alle Vorbereitungen getroffen und konnten somit entspannt in die Vorstellung ihres Betriebs starten.

Zunächst ging es zum Messestand, wo unsere Gruppe noch einmal offiziell von den Auszubildenden und dem Leiter der Ausbildung begrüßt wurden. Nach einer Sicherheitseinweisung folgten Informationen über die Ausbildung bei Günther & Co. sowie die Vorstellung des Unternehmens anhand einiger Kennzahlen, der Unternehmensstruktur und des ›Walter‹ Firmen-Logos. Auch die weiteren Produkte der Walter Gruppe, unter der die hochwertigen Vollhartmetallwerkzeuge von Günther & Co. vertrieben werden, wurden präsentiert. Im Mittelpunkt standen aber die Werkzeuge, die vor Ort in Rödelheim hergestellt werden. Vollhartmetallbohrer in unterschiedlichsten Ausführungen.

Vom Messestand ging es dann durch die Ausbildungsabteilung in den Schulungsraum. Hier wurde den Besuchern der Weg vom Bewerber bis zum Ende der Probezeit bei Günther & Co., also den Weg, den die Azubis gerade selbst absolviert haben vorgestellt. Interessant waren hierbei Details zu den Anforderungen, die die Mitschüler/innen aufhorchen ließen. Bei Günther & Co. ist die erste Hürde, wie bei vielen anderen Unternehmen auch, die schriftliche Bewerbung, die auch digital erfolgen kann. Auf der nächsten Etappe gilt es den Einstellungstest und das Bewerbungsgespräch zu meistern, um anschließend zu mehreren Probe-Arbeitstagen eingeladen zu werden. Hierbei arbeiten die Bewerber zusammen mit den Azubis des Unternehmens. Das Ziel ist es herauszufinden, wer in das bestehende Azubiteam passt. Daher werden an der Entscheidung, welche Bewerberin oder welcher Bewerber schließlich einen Ausbildungsvertrag erhält auch die Auszubildenden beteiligt. In der aktuellen Bewerbungssaison haben fünf Kandidaten allen Ansprüchen genügt und werden im September 2015 ihre Ausbildung bei Günther & Co. beginnen.

Bei Günther & Co. wird viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt, da für das eigene Unternehmen ausgebildet wird. Etwa 82% der bisherigen Azubis sind im Unternehmen geblieben und entwickeln sich vor Ort oder qualifizieren sich in einer Meister- oder Technikerausbildung weiter. Seit kurzem ist auch ein dualer Studiengang installiert.

Nach dem gemeinsamen Frühstück wurde die Besuchergruppe aufgeteilt und von jeweils zwei Azubis durch die Produktion geführt. Dabei konnte in verschiedenen Fertigungssegmenten verfolgt werden, wie sich die Bohrer-Rohlinge vom Anlieferungszustand (gesintertes Stangenmaterial, indem bereits die Spiralsteigungen für die Innenkühlung angelegt sind) über verschiedenste Schleifprozesse bis hin zur Beschichtung verändern und schließlich die bekannte Form und das typische Aussehen von Spiralbohrern bekommen.

Die Besucher hatten selbst bereits ausführlich Kontakt zu Bohrwerkzeugen. Über die Herstellung eines solchen Werkzeugs, das Knowhow, welches in der komplizierten Form steckt und, dass auch die Produktion von diesen Werkzeugen zu den Aufgaben eines Industriemechanikers gehört, darüber hatte sich bisher noch kaum einer Gedanken gemacht.

Während der Führung kamen die Gruppen auch im Reconditioning Center vorbei. Hier werden in einem ausgeklügelten System verschlissene Kundenwerkzeuge erfasst, nachgeschliffen, beschichtet und wieder verschickt. Jeder Kunde erhält binnen weniger Tage oder gar in Stunden garantiert wieder die eigenen Bohrer zurück. Bei teuren Sonderwerkzeugen, Stufenbohrern oder Bohrern der XD-Technologie (die Bohrerlänge ist hierbei bspw. 50 mal so groß wie der Durchmesser; bei ∅10mm  l=0,5m), aber auch bei ›normalen‹ Bohrern ermöglicht dieser Service, durch die Bereitstellung von Werkzeugen im Betrieb des Kunden in minimalen Zeitfenstern, eine zeit- und kosteneffektive Produktion.

Neben den genannten Punkten bietet Günther & Co. natürlich auch den Service Bohrwerkzeuge speziell nach Kundenwunsch zu konstruieren und anzufertigen.

Für die Lehrkräfte war der Rundgang durch die Produktion mit vielen Wiedersehen verbunden. In jedem Fertigungssegment traf man auf ehemalige Schüler und es tat gut zu sehen, was aus den Jungs geworden ist, und wie sich die Menschen, die man 3,5 Jahre schulisch begleitet hat, weiterentwickeln.

Nach einer abschließenden Fragerunde wurde noch schnell ein Erinnerungsfoto geschossen und die Zeugnisse ausgegeben.

Wir danken für diesen kurzweiligen Vormittag, hoffen auf ein baldiges Wiedersehen und würden uns freuen, wenn durch diesen Besuch eine Reihe von Gegeneinladungen erfolgen würden, sodass unsere Schülerinnen und Schüler die Arbeitswelt in unterschiedlichen Betrieben kennenlernen können.