„Suddenly they were all in uniforms“ – Ein Gespräch mit Zweitzeuge Mark Hammel
Die 12. Klassen des Beruflichen Gymnasiums hatten die Möglichkeit, den Zweitzeugen Mark Hammel im Rahmen eines Interviews zu treffen
Dabei bekamen wir einen persönlichen Einblick in sein Leben und die Geschichte seines Vaters Fred Hammel. Fred erlebte als jüdisches Kind die NS-Zeit in Frankfurt und wurde durch einen Kindertransport nach England gerettet. Später emigrierte er in die USA.
Julian und ich hatten zuvor die Möglichkeit, dieses Interview mit Mark Hammel vorzubereiten und anschließend eigenständig zu führen. Das Projekt begann am 27. Mai mit einem ersten Treffen zwischen Mark Hammel, Herrn Müller, Julian und mir. In dieser Vorbereitungssitzung konnten wir ihn kennenlernen, erste Fragen klären und den Ablauf des Interviews besprechen. Besonders aufgefallen ist uns, wie offen er uns gegenüber war und wie ausführlich und gerne er von Anfang an über seine Erfahrungen gesprochen hat.
Das eigentliche Interview fand am 1. Juni statt. Herr Hammel sprach dabei sehr offen über seinen Lebensweg, seine Zeit in den USA und in Israel sowie über die Bedeutung seiner Familiengeschichte für seine Identität. Auch die Geschichte seines Vaters, seine Erfahrungen während der NS-Zeit, seine Flucht nach England und später in die USA waren zentrale Themen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist uns folgende Aussage über die Erfahrungen seines Vaters: „Suddenly his friends in the neighborhood that he went to school with, that he played football with, were no longer his friends. Suddenly they were all in uniforms.“ („Plötzlich waren seine Freunde aus der Nachbarschaft, mit denen er zur Schule ging, mit denen er Fußball spielte, nicht mehr seine Freunde. Plötzlich waren sie alle in Uniformen.“) Für uns machte diese Aussage deutlich, wie plötzlich politische Veränderungen den Alltag und das Zusammenleben von Menschen beeinflussen können. Das Interview endete mit einer offenen Fragerunde.
Insgesamt waren beide Treffen für uns sehr interessant und lehrreich. Sie haben uns nicht nur historische Zusammenhänge nähergebracht, sondern auch gezeigt, wie wichtig persönliche Erinnerungen für das Verständnis von Geschichte sind und wie sie bis heute nachwirken.
Abschließend möchten wir uns herzlich bei allen bedanken, die dieses Projekt ermöglicht haben, insbesondere bei Herrn Müller für die Organisation und Unterstützung sowie bei allen weiteren Beteiligten, die zur Umsetzung beigetragen haben.
Autorin: Carolin Höhne, 12BG